Wir haben mit Jörg Wiesecke einen begeisterten Rollstuhltennisspieler im Verein und wollen gern eine richtige Trainingsgruppe aufbauen. Meldet Euch bei uns!

Beitrag aus unserem Vereinsjournal:

Bester Laune rollt Jörg Wiesecke auf den ersten Platz in der Tennishalle an der Hepkestraße. Seine Halswirbeloperation ist erst einige Wochen her. Aber er freut sich riesig, dass er wieder Sport machen und heute mit seinem Coach Mark Tanz trainieren kann. Der 56-Jährige sitzt seit 1982 nach einer Doppeloberschenkelamputation im Rollstuhl. Sport getrieben hat er dennoch sein Leben lang – sei es  beim Sitzvolleyball, der Leichtathletik und in der deutschen Sledgehockey-Nationalmannschaft, mit der er Europameister wurde und am WM-Turnier 2004 teilnahm. Seit fünf Jahren nun schlägt sein Herz für Rollstuhltennis. Beim TC Blau Weiß möchte er gemeinsam mit der Clubleitung daher gern eine richtige Trainingsgruppe aufbauen. „Für jeden Rolli, der gut mit seinen Händen umgehen kann, ist Tennis eine wundervolle Sportart. Oft erlebe ich es, dass die Leute Hemmungen haben und es sich nicht zutrauen, im Rollstuhl Sport zu treiben. Aber es ist für jeden erlernbar und macht riesigen Spaß“, schwärmt Jörg Wiesecke. Auf dem Aktionstag des Stadtsportbundes Dresden „Sport inklusiv erleben“ hatte er gemeinsam mit Mark Tanz und Clubmanager Christoph Hagedorn die paralympische Sportart in diesem Sommer vorgestellt. „Das Interesse vor Ort hat uns ermutigt, Rollstuhltennis in Blasewitz anzusiedeln“, sagt Christoph Hagedorn.

Bislang trainiert Jörg Wiesecke noch allein und hat nach dem Weggang von Thomas Völker in Mark Tanz einen neuen Trainer gefunden. Bevor die beiden die ersten Bälle von der Grundlinie schlagen, wechselt Jörg von seinem normalen in einen Sportrollstuhl. Dieser ist deutlich leichter als der „Alltags-Rollstuhl“, die Räder sind schräg von der Mitte oben nach unten außen ausgerichtet. So ermöglicht der Stuhl einerseits ein dynamischeres Fahren, zum anderen kippt er nicht so schnell um. Ein zusätzliches Rad hinten verhindert zudem das Umfallen nach hinten – zum Beispiel bei der Aufschlagbewegung. Mehrere tausend Euro kostet ein solcher Sportrollstuhl. Mit zwei Gurten schnallt sich Jörg Wiesecke auf dem Stuhl fest, dann geht es ab auf den Court. Kraftvoll bringt der gebürtige Moritzburger eine Vorhand nach der anderen übers Netz.

Für Rollstuhltennisspieler gelten fast die gleichen Regeln, nur darf der Ball zweimal aufkommen. „Was man wirklich erst einmal lernen muss, ist die richtige Anrolltechnik, damit man den Ball dann optimal trifft“, erklärt Jörg Wiesecke. Auch die Koordination von Rollen und dem gleichzeitigen Halten des Schlägers bedarf ein wenig Übung. „Wenn man den Dreh raushat, fetzt es einfach.“

Bislang ist Jörg Wiesecke, der zum Training aus Coswig gefahren kommt, der einzige Rollstuhlfahrer in der Region. Das will er gemeinsam mit dem TC Blau Weiß gern ändern und auch andere von dem Sport begeistern.

Interessenten melden sich gern bei uns in der Geschäftsstelle oder jederzeit per Mail an info@bwdresden.de.